Wie wir unser Immunsystem und unsere Abwehrkräfte stärken können

Mit Beginn der kalten Jahreszeit rückt die Frage, wie wir unser Immunsystem stärken können, wieder stärker in den Vordergrund. Doch nicht jeder Infekt deutet auf geschwächte Abwehrkräfte hin. Unser körpereigenes Schutzsystem wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst, die sich unterschiedlich auf seine Leistungsfähigkeit auswirken können. Wir informieren Sie über die infrage kommenden Ursachen und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Immunabwehr konkret stärken können.

Gesundheitstipps

Kalender Icon

22 October 2026

Uhr Icon

6 Min.

Frau voller Energie nach Immunsystem-stärken-Anwendung bei Menschels

Immunsystem aufbauen: Wie funktionieren unsere Abwehrkräfte?

Das Immunsystem lässt sich nicht auf Knopfdruck stärken. Seine Leistungsfähigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sich nur teilweise beeinflussen lassen. Anstatt auf vermeintliche Immunbooster zu setzen, ist es sinnvoll, die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers zu unterstützen und mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.

Die Funktionsweise unseres Immunsystems basiert auf einem Netzwerk aus Organen, Zellen und Botenstoffen. Dabei wird zwischen der angeborenen und der erworbenen Immunabwehr unterschieden.

Die angeborene Immunabwehr reagiert unmittelbar auf Krankheitserreger. Haut und Schleimhäute bilden die erste Schutzbarriere. Werden diese überwunden, erkennen spezialisierte Abwehrzellen mögliche Eindringlinge und leiten erste Gegenmaßnahmen ein.

Die erworbene Immunabwehr entwickelt sich im Laufe des Lebens. B-Lymphozyten können gezielte Antikörper bilden, während bestimmte T-Zellen infizierte Körperzellen bekämpfen. Nach Infektionen oder Impfungen bleiben häufig Gedächtniszellen zurück, die bei erneutem Erregerkontakt eine schnellere Immunantwort ermöglichen.

Beide Systeme arbeiten eng zusammen. Dabei ist es wichtig, dass die Immunreaktion ausreichend wirksam ist, ohne überschießende Entzündungsreaktionen auszulösen.

Was kann ein schwaches Immunsystem verursachen?

Verschiedene innere und äußere Faktoren können die Immunabwehr beeinträchtigen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.

Nährstoffmangel: Eine unzureichende Versorgung mit bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweißen kann die Bildung und Funktion von Immunzellen beeinträchtigen.

Erkrankungen und Medikamente: Bestimmte chronische Erkrankungen, etwa Diabetes mellitus, können die Infektanfälligkeit erhöhen. Auch Medikamente, die das Immunsystem gezielt unterdrücken, beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen oder nach Organtransplantationen, verändern die körpereigene Abwehr.

Alter und hormonelle Veränderungen: Mit zunehmendem Lebensalter verändert sich die Abwehr. So kann die Reaktion auf bislang unbekannte Krankheitserreger schwächer ausfallen. Auch hormonelle Veränderungen, beispielsweise während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, beeinflussen immunologische Prozesse.

Anhaltende Belastungen: Längerfristiger psychischer Stress, ausgeprägter Schlafmangel oder starke körperliche Überlastung können immunologische Prozesse verändern. Wie deutlich sich dies auf die Infektanfälligkeit auswirkt, ist individuell unterschiedlich.

Gestörte Schutzbarrieren: Trockene oder geschädigte Haut und Schleimhäute erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Insbesondere bei der Abwehr von Erkältungsviren übernehmen die Schleimhäute der Atemwege eine wichtige Schutzfunktion.

Welche Maßnahmen zur Stärkung der Abwehrkräfte sind sinnvoll?

Eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen ist eine wichtige Voraussetzung für die normale Funktion des Immunsystems. Insbesondere Vitamin C, Vitamin D und Zink spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Ihre Aufgaben unterscheiden sich jedoch:

Vitamin C unterstützt unter anderem die Funktion verschiedener Immunzellen. Gute Quellen sind Paprika, Brokkoli, Sauerkraut, Zitrusfrüchte und Beeren.

Vitamin D ist an der Regulation von Immunreaktionen beteiligt. Der Körper bildet es mithilfe von Sonnenlicht. In den sonnenreicheren Monaten reichen dafür bereits 15 bis 20 Minuten täglich mit unbedecktem Gesicht und Armen meist aus. Da die körpereigene Produktion im Winter in unseren Breitengraden jedoch stark eingeschränkt ist, ist eine ausreichende Versorgung über die körpereigenen Vitamin-D-Speicher und gegebenenfalls eine gezielte Ergänzung notwendig.

Zink wird für die Entwicklung und Aktivität von Immunzellen benötigt. Es steckt beispielsweise in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Fleisch und Milchprodukten.

Auch Eiweiß, Eisen, Selen und weitere Mikronährstoffe erfüllen wichtige Aufgaben innerhalb der Immunabwehr. Eine abwechslungsreiche Ernährung trägt dazu bei, den Bedarf zu decken.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist das Darm-Mikrobiom, also die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm. Die Darmbakterien helfen dem Immunsystem, zwischen harmlosen Stoffen und Krankheitserregern zu unterscheiden, und halten die Abwehrzellen durch kontinuierliche Signale einsatzbereit. Gleichzeitig stärken sie die Schutzbarriere der Darmschleimhaut und erschweren so die Ausbreitung schädlicher Keime. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und fermentierten Lebensmitteln unterstützt eine vielfältige Darmflora.

In der Regel sind Nahrungsergänzungsmittel bei einer ausreichenden Nährstoffversorgung nicht notwendig. Wenn ein nachgewiesener Mangel vorliegt, kann eine gezielte Ergänzung jedoch sinnvoll sein. Hoch dosierte Präparate, insbesondere mit den Vitaminen D, C und E sowie den Mineralstoffen Eisen und Zink, sollten allerdings nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Zur Gesundheitsvorsorge gehören auch ein altersgerechter Impfschutz und der Verzicht auf das Rauchen. Impfungen bereiten das erworbene Immunsystem gezielt auf bestimmte Krankheitserreger vor und können das Risiko schwerer Krankheitsverläufe deutlich senken.

Darüber hinaus unterstützen regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf und Erholungsphasen die allgemeine Gesundheit und eine normale Immunfunktion.

Erholungsphasen sind zur Stärkung des Immunsystems wichtig

Natürliche Anwendungen zur Stärkung der Abwehrkräfte

Auch Wärme- und Kältereize werden traditionell zur Gesundheitsvorsorge eingesetzt. Dazu zählen beispielsweise Kneipp-Anwendungen, Wechselduschen, Saunagänge und das Eisbaden.

Wechselduschen und Kneipp-Anwendungen setzen gezielte Temperaturreize. Dabei ziehen sich die oberflächlichen Blutgefäße bei Kälte zunächst zusammen und erweitern sich bei Wärme wieder. Dieser Wechsel fördert die Anpassungsfähigkeit der Gefäßregulation und regt die Durchblutung an.

Saunabesuche führen zu einem vorübergehenden Anstieg der Körpertemperatur und aktivieren das Herz-Kreislauf-System. Der Wärmereiz beeinflusst auch die Aktivität bestimmter Immunzellen und die Ausschüttung von Botenstoffen, die an der Regulation von Abwehrreaktionen beteiligt sind.

Lehmbäder und Heilerde-Anwendungen sind zentrale Bestandteile der Naturheilkunde nach Emanuel Felke. Die Kombination aus Temperatur und Kompressionswirkung des Lehms regt körperliche Regulationsprozesse an. In der Felke-Therapie kommen die Anwendungen zum Einsatz, um die körpereigene Abwehr zu aktivieren und die Infektanfälligkeit zu verringern.

Eisbaden setzt den Körper einem intensiven Kältereiz aus. Dabei werden Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, die unter anderem das Herz-Kreislauf-System und die Aktivität bestimmter Immunzellen beeinflussen.

Naturheilkundliche Anwendungen können das Wohlbefinden steigern und die Anpassung des Körpers an Temperaturreize fördern. Sie ersetzen jedoch keine medizinisch notwendige Behandlung oder bewährte Infektionsvorbeugung. Bei akuten Infekten mit Fieber sollte auf intensive Wärme- und Kältereize verzichtet werden.

Treten Infektionen ungewöhnlich häufig auf, verlaufen sie besonders schwer oder halten sie auffallend lange an, ist eine ärztliche Abklärung erforderlich. Das Gleiche gilt, wenn nach einer Erkrankung über längere Zeit keine vollständige Erholung eintritt.

Dr. Matthias Menschel

Dr. Matthias Menschel

„Ein gesundes Immunsystem braucht keine Wundermittel, sondern gute Voraussetzungen, um seine Aufgaben zuverlässig zu erfüllen.“

Gesundheitsvorsorge unter medizinischer Begleitung

Möchten Sie Ihre Gesundheit gezielt stärken und neue Kraft für die kalte Jahreszeit tanken? Dann könnte unser Herbst-Arrangement „Immun-Fit“ genau das Richtige für Sie sein. Informieren Sie sich über die enthaltenen Leistungen und verfügbaren Reisetermine.

👉 Jetzt das Arrangement „Immun-Fit“ entdecken!

No items found.

Weitere Artikel aus unserem Blog

Frische Gemüseauswahl mit Auberginen, Tomaten, Gurken und Brokkoli

Gesundheitstipps

Mit einfachen Maßnahmen lässt sich Ihr Immunsystem stärken und Ihr Körper wird widerstandsfähiger gegen Infekte.

-20%

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter für saisonale Angebote und Gesundheitstipps und sichern Sie sich einen Gutschein im Wert von 30 Euro.

Abonnieren